Brief von Stadtverordnetenvorsteher Heinz an Bundesverkehrsminister Bodewig vom 20.6.2001


An den
Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen

Herrn
Kurt Bodewig
Invalidenstraße 44
10115 Berlin



FIugläm im Taunus infolge der Flugroutenänderung des Frankfurter Flughafens


Sehr geehrter Herr Minister,

durch eine Verordnung des Ihnen unterstehenden Luftfahrtbundesamtes sind die Flugrouten des Frankfurter Flughafens mit Wirkung vom 19. April 2001 geändert worden.

Die betroffenen Gemeinden im Taunus wurden erst kurz vorher informiert, eine Anhörung oder sonstige Beteiligung fand nicht statt. Den Gemeinden wurde mitgeteilt, dass es um eine flugtechnische Optimierung gehe, Lärmauswirkungen seien dabei nicht untersucht worden.

Seit der Änderung der Flugrouten hat der Taunus als Wohnstandort und als Naherholungsgebiet erheblich an Lebensqualität eingebüßt. Bei Westwind überfliegen zwischen 120 und 150 Flugzeuge pro Tag unsere Dächer mit einer erheblichen Lautstärke. Da die Flugrouten z.T. parallel zu Taunustälern bzw. zu den höchsten Erhebungen führen, „verabschieden“ sich die Flugzeuge mit einem lästigen „Donnern“. Die Lärmbelästigung beträgt pro Flug etwa 2,5 Minuten, dies führt zu einer Dauerbeschallung von drei bis vier Stunden täglich.
[Anmerkung der Redaktion: 120 mal 2,5 min = 5 Stunden, 150 mal 2,5 min = 6 1/4 Stunden]

Für viele Eppsteiner Bürgerinnen und Bürger ist der Lärm unerträglich. Sie hoffen auf eine Änderung der neuen Routen und Ihre Unterstützung. Bisher hat Ihr Ministerium sich nicht um die Angelegenheit bemüht und lediglich die technokratische Lösung der Flugsicherung umgesetzt. Ich hoffe, dass Sie mit Lärmexperten Alternativlösungen ausarbeiten lassen, damit die Bürgerinnen und Bürger wieder ihr Wohnumfeld genießen können. Ich bin sicher, dass es Optimierungsmöglichkeiten gibt.

Zum Beispiel Routen über weniger besiedeltes Gebiet, nicht über die höchsten Taunushöhen, nicht längs der Taunushöhen, weiter entlang der Autobahn A 3.

Ich bitte Sie, sich persönlich um die Angelegenheit zu kümmern, bevor die grundsätzliche Akzeptanz des Flughafens in der Bevölkerung sich in das Gegenteil verkehrt.

Mit freundlichen Grüßen

Bernhard Heinz
Stadtverordnetenvorsteher der Stadt Eppstein im Taunus


In Kopie an:

Fraport AG
Herrn Dr. Wilhelm Bender
60547 Frankfurt am Main

Herrn
Johann Bruinier
Lärmschutzbeauftragter der Landesregierung
Flughafen Rhein-Main
60549 Frankfurt



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