WER kann WAS zur Reduzierung des Fluglärms tun ?
Zuallererst gilt unser Satz:
Weg mit den über alle Köpfe hinweg beschlossenen neuen Flugrouten !
Nur durch die komplette Liquidierung der neuen Flugrouten, kann die klammheimliche
Kapzitätserhöhung (Vorwegnahme des Ausbaus am Himmel) rückgängig gemacht werden.
Danach kann die DFS unter Beteiligung des zuständigen
Fluglärmschutzbeauftragten, aller Träger öffentlicher Belange und den
beteiligten Kommunen einen neuen Anfang machen.
Als zweites gilt der Satz:
Kein Flughafenausbau !
Unabhängig von dem Lärmterror der seit dem 19.4.2001 über Eppstein
hereingebrochen ist, gilt natürlich, daß die meisten direkten
Flughafenanrainer froh wären, wenn sie "nur" unsere
Verhältnisse hätten.
Bei den Autobahnen hat es heute fast jeder begriffen:
Ein 10-spuriger Ausbau der A66 von Frankfurt nach Wiesbaden wird das Problem
nicht lösen, sondern nur für einige Jahre vreschieben.
Los Angeles ist der lebende Beweis dafür, daß man auch 12-spurig
täglich im Stau stehen kann.
Auf den Flughafen übertragen bedeutet das: Stoppt den Expansionswahnsinn
Die Liberalen sagen immer: Der Markt wird's richten!
Das stimmt.
Das Problem ist nur: Es gibt keinen freien Markt
Der Flugverkehr wird künstlich "runtersubventioniert" und
muß nicht für alle Ressourcen die er verbraucht bezahlen !
Das Kerosin wird als einziger Treibstoff
nicht besteuert, die Kosten die die
Allgemeinheit für Schlafstörungen bezahlt werden vom Umweltbundesamt
auf
20 Milliarden DM pro Jahr geschätzt.
!995 wurden allein die Luftfahrtgesellschaften
täglich mit 10
Millionen DM subventioniert
(siehe
SZ).
Unabhängig von dieser Grundeinstellung, arbeiten wir natürlich
mit jedem zusammen der für eine Reduzierung des Lärms eintritt.
Daher haben wir im Folgenden eine Liste von Möglichkeiten erstellt,
wie man den Fluglärm unabhängig von unseren grundsätzlichen
Positionen wirksam bekämpfen kann.
Direkte Veränderungen durch die Politik
Einführung eines Nachtflugverbots (20 bzw. 21 Uhr bis 7 Uhr)
Daß jeder Mensch eine möglichst ungestörte Nachtruhe
benötigt ist unbestritten. Wie weiter oben schon bemerkt, schätzt das
Umweltbundesamt allein die durch Unfälle wg. Schlafstörungen verursachten
Kosten auf 20 Milliarden DM pro Jahr (die Kosten die z.B. Krankenkassen wg.
Schlafstörungen tragen müssen sind dabei nicht erfasst).
Die Zeiten, wie Nacht definiert ist, sollten sich an der
hessischen LärmVO
(Gefahrenabwehrverordnung gegen Lärm) orientieren. Dort ist die Nacht
(§3.1) wie folgt definiert:
| Vom 1. Mai |
bis 31. August: |
Von 21 bis 7 Uhr |
| Vom 1. September |
bis 30. April: |
Von 20 bis 7 Uhr |
In reinen Wohngebieten zählt auch die Zeit zwischen 13 und 15 Uhr zur
Nachtruhe (Sie dürfen z.B. in dieser Zeit keinen Rasen mähen !).
Es gibt nicht den geringsten Grund anzunehmen, daß der menschliche
Schlaf durch Fluglärm weniger gestört wird als z.B. durch gleich großen
Baustellenlärm !
Was führt die DFS zur Zeit im Schilde ?
Auf der Web-Seite der DFS steht:
Bis zum
Ende des Jahres 2001
werden in den Problembereichen der heutigen
Luftraumstrukturen weitere Optimierungsmaßnahmen erarbeitet und
umgesetzt.
Die ursprüngliche Umsetzungsplanung, mit den
Stufen November 2001
und
Januar 2002
, wird unter Berücksichtigung der zukünftigen
Verkehrsentwicklung
sowie den
zivilen und militärischen Kundenanforderungen
validiert und aktualisiert.
Es stellen sich hierbei gleich mehrere Fragen:
1. Wo bleibt die Umweltverträglichkeit ?
Die
Verkehrsentwicklung
und die
zivilen und militärischen Kundenanforderungen
werden offensichtlich auch für die Zukunftsplanung die alleinigen
Kriterien sein.
Diese Selbstherrlichkeit muß unterbunden werden !
2. Kann man die DFS zwingen, wenigstens in Zukunft nur
gemeinsam zu planen ?
Spätestens seit dem 19.4.2001 sollte jedem klar sein, nach welchen Spielregeln
die DFS arbeitet. Nicht umsonst klagen 7 Taunusgemeinden vor dem Hessischen
Verwaltungsgerichtshof, da Sie vollständig übergangen wurden.
Die Stadtverordneten sollten prüfen lassen, inwieweit wenigstens für
die Zukunft eine einstweilige Anordnung zur Unterlassung weiterer
Veränderungen der Flugrouten Aussicht auf Erfolg hat.
Wir fordern unsere politisch Verantwortlichen auf, sich in diesen Prozess
einzumischen. Es dreht sich hier nicht nur um die Optimierung eines
Verkehresweges. Es dreht sich hier um das Wohlergehen und die Gesundheit von
zig-tausend Menschen !
3. Die Stadt sollte eine private Musterklage unterstützen
Die Stadt kann nur gegen die Verletzung ihrer Rechte klagen. Gegen die
Verletzung von persönlichen Rechten können nur Personen klagen.
Aber wer von uns traut sich zu gegen die Bundesrepublik Deutschland zu klagen ?
Wir fordern daher die Unterstützung einer privaten Musterklage durch die Stadt.
Indirekte Veränderungen durch die Politik
1. Beschaffung zuverlässiger Messwerte.
Wir fordern die Aufstellung einer ständigen Meßstation, bezahlt vom
Verursacher Fraport.
Für mehrere Wochen hatten wir ein Leihgerät, wir berichteten darüber.
Im Moment sind wir in Verhandlungen uns ein eigenes zu kaufen.
2. Politische Unterstützung von Bürgerbeschwerden
Wie oft hörten wir in den letzten paar Wochen den Satz:
"Wozu soll ich mich beschweren? Das
nützt ja doch nichts!".
Es liegt in der Hand unserer Eppsteiner Politiker, nicht nur
einen Beitrag zu leisten, die allgemeine Politikverdrossenheit positiv
zu beeinflussen, sondern durch die politische Unterstützung von
Bürgerbeschwerden gleichzeitig ihrem Ziel der
Fluglärm-Minderung näher zu kommen.
Wir fordern eine zentrale Eppsteiner Beschwerdesammelstelle, die Beschwerden
sammelt und an die DFS und den Fluglärmschutzbeauftragten weiterleitet.
Falls das nur an dem üblichen "fehlendes Geld"-Argument scheitern
sollte, bieten wir im Rahmen unserer Möglichkeiten die dazu notwendige
Arbeitskraft an.
3. Setzen politischer Signale.
Wir fordern die Aufstellung
großformatiger Plakate
an allen Ortseingängen, damit ein Signal gesetzt wird, welches
Eppsteiner Bürgern Mut macht sich zu engagieren.
Indirekte Veränderungen durch jeden von uns
1. Beschwerden
Viele glauben, daß Beschwerden zeitraubend sind und sowieso nichts
bewirken. Das ist leider nicht ganz falsch. Jeder von uns kann wahrscheinlich
über eine lange Liste aus eigener Erfahrung berichten.
Im Moment ist die Situation jedoch günstig:
Die Stadt klagt gegen die neuen Flugrouten.
Der Fluglärmschutzbeauftragte und die DFS zeigen "Nerven"
Die politische Entscheidung in Eppstein wird in diesem Herbst fallen.
Daher ist es wichtig sich möglichst häufig bei unserem
Bürgermeister, den Stadtverordneten, den Landtags- und
Bundestagsabgeordneten zu beschweren.
Beschweren Sie sich JETZT !
2. Öffentliche Aufmerksamkeit
Haben Sie ein Haus an welches Sie ein Transparent hängen können ?
Haben Sie ein Grundstück, welches von der Straße gut einsehbar ist ?
Dann
hängen Sie ein Transparent auf !
Technische und praktische Unterstützung erhalten Sie bei uns !