Pressemitteilung Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen:
6 / 20.06.2003
"Luftfahrt in der Krise - Flughäfen fordern offensive Luftverkehrspolitik"
In großer Sorge über die
aktuelle Situation der deutschen Luftverkehrswirtschaft haben
die Geschäftsführer/Vorstände der in der ADV
(Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrs-flughäfen)
zusammengeschlossenen internationalen Verkehrsflughäfen der
Bundesrepublik Deutschland nachfolgende Entschließung gefasst:
- Die Erhaltung und Förderung eines leistungsfähigen
Luftverkehrssystems ist für die wirtschaftliche und
gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland von allergrößter
Bedeutung. Bundeskanzler Schröder hat auf dem 1. Deutschen
Luftverkehrs-Kongress nachdrücklich auf die entscheidende
Rolle der Mobilität für Wachstum und Beschäftigung
hingewiesen.
- Die deutsche Luftverkehrswirtschaft, die über
Jahrzehnte kontinuierliche Wachstumsraten aufweisen konnte und
damit einer der wichtigsten Garanten für Wohlstand und
Beschäftigung ist, befindet sich derzeit in einer tiefen
Krise. Als Folge einer extrem schwachen konjunkturellen
Entwicklung, des Kriegs im Irak und der Lungenepidemie SARS
fand die nach den Ereignissen des 11. September 2001
beginnende Erholung des Luftverkehrsmarktes ein schnelles
Ende. Stattdessen verzeichnen Airlines und Airports tiefe
Einbrüche in der Verkehrsnachfrage und damit in ihren Umsätzen
und Erträgen.
- Vor diesem Hintergrund sind die deutschen Flughäfen
umso mehr besorgt über anhaltende politische Bestrebungen, das
deutsche Luftverkehrssystem, das in den vergangenen
Jahrzehnten Investitionen in mehrstelliger Milliardenhöhe
getätigt hat, weiter zu belasten. Steigende Kostenbelastungen
würden zwangsläufig die aktuelle Krise in unverantwortlicher
Weise verstärken und jede Aussicht auf eine baldige Erholung
des Luftverkehrsmarktes zunichte machen. Sie würden
gleichzeitig viele der mehr als 750 Tsd. vom Luftverkehr
abhängigen Arbeitsplätze in Deutschland gefährden.
- Die deutschen Flughäfen fordern daher
- ein deutliches politisches Bekenntnis der
Bundesregierung zu Luftverkehrswachstum und Ausbau der
Luftverkehrsinfrastruktur
- durch klare gesetzliche Vorgaben die Schaffung von
Rechtssicherheit für betriebliche Investitionen und
betriebliche Rahmenbedingungen der Flughäfen
- keine zusätzlichen fiskalischen Belastungen des
Luftverkehrs durch Kerosinbesteuerung oder die Erhebung von
Mehrwertsteuer auf grenzüberschreitende Flüge
- keine Überwälzung der Kosten für zusätzliche
staatliche Sicherheitsmaßnahmen gegen widerrechtliche
Eingriffe in den Luftverkehr auf Flughäfen und Airlines
- eine Novellierung des Fluglärmgesetzes mit Augenmaß
auf der Grundlage der einstimmigen Beschlüsse der
Verkehrsministerkonferenz (VMK), die den Luftverkehr nicht
stranguliert, sondern seine bedarfsgerechte Entwicklung
fördert.
- Die deutschen Flughäfen sind überzeugt, dass
die deutsche Luftverkehrswirtschaft – unter der Voraussetzung
positiver politischer Rahmenbedingungen – in naher Zukunft auf
den Wachstumspfad zurückkehren und auch weiterhin einen
maßgeblichen Beitrag zu Wohlstand und Beschäftigung in
Deutschland leisten wird.
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