Pressemitteilung BARIG: 25.10.2004
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Diskussion um Kerosinsteuer schadet Wirtschaftsstandort Deutschland
Frankfurt, 25. Oktober 2004 – Angesichts der aktuellen Diskussionen um neue Steuern und Gebühren fordert BARIG nachdrücklich, die Luftverkehrsbranche in Deutschland nicht noch mehr zu belasten. Die neuerliche Forderung des BUND, eine Kerosinsteuer in der Bundesrepublik einzuführen, ist lediglich eine populistische Maßnahme, um wieder ins Gespräch zu kommen. Dabei scheuen sich die Aktivisten des BUND auch nicht, uralte und längst widerlegte Behauptungen wieder und wieder aufzuwärmen.

Dazu erklärt BARIG-Generalsekretär Martin Gaebges: „Wir können nicht zulassen, dass jede politische Gruppierung den Luftverkehr beliebig instrumentalisieren darf, um ihren Partikularinteressen Aufmerksamkeit zu verschaffen. Ein prosperierender Luftverkehr ist elementare Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Angesichts einer immer weiter liberalisierten EU-Rechtssprechung sind die Planspiele einer nationalen Sonderregelung geradezu anachronistisch. Darüber hinaus schadet die unverantwortliche und überflüssige Diskussion um eine Besteuerung des Kerosins im nationalen Alleingang dem Standort und diskreditiert sein Ansehen auch im internationalen Vergleich.“

Die Tatsachen:

Kerosin wird aufgrund multinationaler Abkommen weltweit nicht besteuert. Ein nationaler Alleingang in Sachen Kerosinsteuer ist nach Ansicht von Luftverkehrsexperten aller politischen Parteien rein rechtlich nicht darstellbar. Eine Änderung des Status quo könnte nur auf der Basis internationaler Verträge herbeigeführt werden.

Die künstliche Verteuerung des Fliegens in Deutschland entlastet die Umwelt überhaupt nicht. Im Gegenteil: sie führt beispielweise zu Tanktourismus, indem die Airlines im Ausland tanken und mit unnötig vollen Tanks spritfressend unterwegs sind. Weitere absehbare Folgen: Flüge wandern ins benachbarte Ausland ab, was zu vermehrtem Zubringerverkehr auf der Straße führt. Drehscheibenfunktionen – lebenswichtig für die Anbindung deutscher Industrieunternehmen an die internationalen Passagier- und Warenströme – werden an anderen europäischen Großflughäfen mit moderneren rechtlichen Rahmenbedingungen verstärkt.

Der Luftverkehr in Deutschland finanziert – im Gegensatz zu allen anderen Verkehrsträgern – seine Infrastruktur komplett selbst. Während Straßen und Schienen aus Steuermitteln, also von der öffentlichen Hand bezahlt werden, sind die Flughäfen längst Unternehmen, die ihren Unterhalt und Ausbau über Flughafenentgelte refinanzieren. Auch die Dienste der Flugsicherung werden zu 100 Prozent von den Airlines über Gebühren getragen.

Darüber hinaus wird der Luftverkehr in erheblichem Maße für die Sicherstellung hoheitlicher Aufgaben in Anspruch genommen. Für Sicherheitsmaßnahmen, wie zum Beispiel Personen- und Gepäckkontrollen an den Flughäfen müssen die Fluggesellschaften hohe Sicherheitsgebühren abführen. Der Staat verweigert jegliche finanzielle Beteiligung an den Sicherheitskosten. Dabei gehört es zu den ureigensten Aufgaben des Staates, seine Bürger vor Terrorrisiken zu schützen.

Die Airline-Industrie hat in der Vergangenheit schon mehr als jede andere Branche Maßnahmen zur Entlastung der Umwelt gefördert, finanziert und umgesetzt. Die modernsten Verkehrsflugzeuge der Welt werden heute von internationalen Unternehmen unter deutscher Beteiligung gebaut. Sie sind in vielen Einsatzgebieten effizienter und verursachen dabei weniger CO2 und Lärmemissionen als jedes andere Verkehrsmittel.


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