Flugblatt BI Mörfelden-Walldorf vom 29.10.2004
Vorderseite
Wald ohne Werft! Keine A-380-Halle!
Die Regionalversammlung entscheidet am 5. November 2004 über einen Abweichungsantrag zum Regionalplan. Stimmen die Delegierten für den Abweichungsantrag, wäre damit der Bau der Airbus A-380-Werft abgesegnet. Schon im Dezember könnte das Wirtschaftsministerium per Sofortvollzug die Rodung des Waldes in die Wege leiten.
Deshalb: Die Regionalversammlung tagt - Kommen Sie zur
Protestkundgebung am Freitag, den 05. November 2004 in Frankfurt am Römer ab 13.30 Uhr.
Die Sitzung der Regionalversammlung beginnt um 15.00 Uhr und ist öffentlich.
Sollte die Regionalversammlung den Weg frei machen für eine Rodung des Bannwaldes im Dezember, ruft die Bürgerinitiative die Bevölkerung dazu auf, am ersten Tag der Rodung vor Ort dagegen zu protestieren. Melden Sie sich deshalb bei Ihrer örtlichen BI, um in die Telefonkette/Alarmliste aufgenommen zu werden. Sie wird am Tag X , dem Beginn der Rodung des Bannwaldes für die A-380-Werft, ausgelöst. Bitte achten Sie auch auf Berichte und Pressemitteilungen, in denen zu weiteren Aktionen und Demonstrationen aufgerufen werden wird.
Tax X - Protest im Wald am A-380-Gelände - 17.00 Uhr
Die Werft für Interkontinentalflugzeuge (A-380 Werft) ist die erste Stufe des Flughafenausbauwahnsinns. Die Planungen von Fraport sehen im Einzelnen so aus:
- Rodung von 115 ha - größtenteils Bannwald - in Richtung Wallodrf u.a. für die A-380- Werft
- Rodung von über 200 ha Bannwald für eine neue Landebahn bei Kelsterbach. Die Kapazität des Flughafens steigt dadurch auf jährlich 1.000.000 Flugbewegungen. Das bedeutet in etwa eine Verdoppelung des Ist-Zustandes.
- Bau eines dritten Terminals auf dem Gelände der ehemaligen US-Airbase für bis zu 40. Mio Passagiere jährlich.
Keine Flughafenerweiterung - für ein sofortiges Nachtflugverbot von 22 - 06 Uhr! Verringerung der Flugbewegungen und der bestehenden Belastungen durch Fluglärm, Luftverschmutzung und Bodenbelastungen durch Flugverkehr im Rhein-Main Gebiet!

BÜRGERINITIATIVE GEGEN FLUGHAFENERWEITERUNG, OG MÖRFELDEN-WALLDORF
Kontakt: Petra Schmidt, Bäckerweg 25 , Tel. 06105 / 74256 und Gerhard Steckenreiter, Tronstr. 13, Tel. 06105 / 76559
Bankverbindung: Frankfurter Volksbank eG, Konto Nr. 4201514644, BLZ 501 900 00
Internet: www.bi-moerfelden-walldorf.de, Email: mail@bi-moerfelden-walldorf.de
Rückseite
Hintergründe zum Bau der A-380-Halle
Treibende Kraft beim Bau der Werft ist die Lufthansa, die 15 Airbusse bestellt hat. Die Wartungshallen im Norden des Flughafens sollen wegen der geplanten Landebahn komplett in den Süden verlagert werden. Eine Genehmigung für die Werft würde für eine unbegrenzte Anzahl von Wartungen und Triebwerksprobeläufen gelten, es gäbe keine Betriebsbeschränkung für Lufthansa. Die Triebwerksprobeläufe sollen im Freien statt finden, ohne Schallschutz. Der dadurch verursachte Bodenlärm würde auch durch ein Nachtflugverbot nicht verhindert werden.
Der Airbus A-380 soll das größte Passagierflugzeug der Welt werden, mit 555 und später bis zu 800 Sitzplätzen. Der A-380 ist ein weiteres Beispiel für "menschenfeindliche" Technik, denn er wird nicht eingesetzt, um Flugbewegungen und damit Belastungen zu reduzieren, sondern führt zu einer Kapazitätserweiterung - selbst ohne den Bau einer neuen Landebahn. Er ist Bestandteil der Sicherung und des Ausbaus der Drehkreuz-Funktion des Frankfurter Flughafens. Vom Flugverkehr würden die Bewohner des Rhein-Main-Gebietes im Wesentlichen nur den Lärm, den Verlust des Waldes, die Schadstoffe und die Verkehrsbelastung spüren. Der Profit eines Mega-Hubs verbliebe bei den Fluggesellschaften und der Fraport AG.
- Im Sommer diesen Jahres hat Fraport infolge der kritischen Einwendungen veränderte Planungsunterlagen eingereicht. Statt der verkürzten Beteiligung, beschränkt auf die Träger Öffentlicher Belange, hätten die Unterlagen für die Öffentlichkeit neu ausgelegt werden müssen. Doch der vom Flughafenausbau betroffenen Bevölkerung wurden die erheblichen Planänderungen bislang vorenthalten.
- Es existiert ein Vertrag zwischen Mörfelden-Walldorf und der damaligen FAG aus dem Jahr 1977. Darin wird versichert, daß außer dem Radarturm keine Flughafenanlagen mehr im Schonwald gebaut werden.
- Fraport plant eine Werfthalle mit mindestens vier Wartungsplätzen. Im Erörterungstermin gab Fraport zu, daß die Lufthansa für die Riesen-Airbusse lediglich zwei Wartungsplätze benötigt.
- Die Halle soll, wie Fraport auf Vorhalt einräumte, nicht nur für den A-380, sondern auch für die Boeing 747 genutzt werden. Angeblich wären sonst Engpässe bei der Wartung der Interkontinentalmaschinen der Lufthansa zu befürchten. Belegt wurde die Behauptung jedoch nicht. Fraport betreibt eindeutig Vorratsplanung, die rechtlich nicht zulässig ist.
- Neue Untersuchungen weisen ein großes Vorkommen der seltenen und streng geschützten Bechsteinfledermaus im geplanten Werftbereich nach. Die Errichtung der Flugzeugwerft in dem europarechtlich geschützten "Mark- und Gundwald" ist gemäß der Flora-Fauna-Habitat (FFH) - Richtlinie strikt verboten.
- Ziel der Bürgerinitiative bleibt die Verhinderung jeden Ausbaus des Frankfurter Flughafens zum Wohl der Menschen der Rhein-Main-Region. Trotzdem ist festzustellen: Fraport hat im Sommer erstmals Realisierungsmöglichkeiten der Werft innerhalb des Flughafenzauns eingeräumt, die das Unternehmen aus Kostengründen aber außer acht lässt. Noch im Erörterungstermin wurde von Fraport behauptet, daß es keinen Alternativstandort gibt.
Bannwald ist die höchste gesetzlich verankerte Schutzkategorie für Wald in Hessen. Er wurde gerade wegen des Flächenfraßes durch den Flughafen in den letzten Jahrzehnten ausgewiesen. Seine Erhaltung und sein Schutz ist gerade in unserer stark belasteten Region dringend erforderlich. Für das direkt angrenzende FFH-Gebiet ist die Erhaltung des Bannwaldes notwendiger denn je. Dazu gibt es keine Alternative. Für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt genießt dieser Wald auch einen hohen Erholungs- und Freizeitwert. Darüber hinaus besitzt dieser Bannwald eine zentrale Funktion als Lärm- und Schadstoffilter. Er dient der Sicherung der Lebensqualität der Menschen rund um den Flughafen.
Es darf nicht vergessen werden: die A-380-Halle und die Erweiterung im Süden in Richtung Walldorf sind nur ein Teil des "Generalausbauplans" von Fraport. Auch der Bau der Landebahn bei Kelsterbach wird Mörfelden-Walldorf direkt betreffen. Denn über die Startbahn West sollen deutlich mehr Flüge abgewickelt werden - was auf der neuen Landebahn landet muß auch wieder starten. Hinzu kommt eine Steigerung des LKW- und PKW-Verkehrs durch den Bau des dritten Terminals, dessen Kapazität alleine der des gesamten neuen Münchner Flughafens entspricht.
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