Pressemitteilung: 05.11.2004
Bannwald statt Flugzeughalle
ROBIN WOOD fordert die Regionalversammlung Südhessen auf, heute gegen den Bau der A-380-Halle am Frankfurter Flughafen zu stimmen
Auf dem Frankfurter Römer demonstrieren zur Stunde mehrere Hundert
AusbaugegnerInnen dagegen, dass im Wald südlich des Frankfurter Flughafens
eine Wartungshalle für das Riesenflugzeug A-380 errichtet werden soll. Um
die Kundgebung zu unterstützen, haben ROBIN WOOD-AktivistInnen
Laternenmasten vor dem Eingang zum Römer erklommen und ein Transparent mit
der Aufschrift "Flugverkehr vermindern - Ausbau verhindern" gespannt. Im
Römer entscheidet die Regionalversammlung Südhessen heute, ob sie den Bau
einer riesigen Flugzeug-Wartungshalle als Abweichung im Regionalplan
akzeptiert. In der Versammlung sitzen 99 gewählte Mitglieder aus den Städten
und Kreisen der Rhein-Main-Region. ROBIN WOOD fordert sie auf, gegen den Bau
der Halle im Wald zu stimmen. Für die Halle würde Bannwald vernichtet.
Außerdem würde dies den Einstieg in den verkehrspolitisch und ökologisch
fatalen Flughafen-Gesamtausbau bedeuten.
Die Betreibergesellschaft des Rhein-Main-Flughafens, Fraport AG, will im
Wald bei Mörfelden-Walldorf eine gigantische Wartungshalle für den
Großraumjet Airbus A-380 bauen. Lufthansa plant, zehn der Riesenflieger am
Standort Frankfurt zu stationieren. Allein die Grundfläche der Halle
entspricht fünf Fußballfeldern. 20 Hektar Wald - größtenteils besonders
geschützter Bannwald - will Fraport für die Halle abholzen lassen.
Dabei wäre auf dem jetzigen Flughafengelände Platz genug. Allein das
Airbase-Gelände, das schon im nächsten Jahr für die zivile Luftfahrt genutzt
werden kann, ist 150 Hektar groß. Die Halle außerhalb des Flughafen-Zauns zu
errichten, ergibt nur Sinn vor dem Hintergrund, dass Fraport weitere enorme
Kapazitätssteigerungen einkalkuliert. Die wiederum sind nur möglich, wenn -
wie im Generalausbauplan 2000 vorgesehen - ein drittes Terminal auf dem
Airbase-Gelände sowie die neue Landebahn gebaut werden. Fraport wird aber
nicht müde zu betonen, die Airbushalle sei unabhängig vom Gesamtausbau, weil
nur so über die Halle in einem gesonderten Planfeststellungsverfahren
entschieden werden kann.
"Heute soll den Menschen im Rhein-Main-Gebiet eine weitere Salami-Scheibe
des Generalausbauplans serviert werden", sagt Monika Lege,
Verkehrsreferentin bei ROBIN WOOD. "Erst soll die Halle gebaut werden. Damit
sie dann auch ausgelastet ist, müssen mehr Maschinen abgefertigt werden. Und
damit wird dann wiederum der Bedarf für eine neue Landebahn begründet. So
beißt sich die Katze in den Schwanz."
Sollte die Regionalversammlung heute dem Abweichungsantrag zustimmen, muss
mit der Abholzung des Bannwaldes noch in diesem Jahr gerechnet werden. Die
Fraport will damit am 20. Dezember, unmittelbar vor Weihnachten, beginnen.
"Kahlschlag bei Glühwein und Lebkuchen? Die Fraport erwartet dann vielleicht
weniger Proteste. Aber", so Lege, "Weihnachten ist ja auch die Zeit der
Überraschungen."
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