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Pressemitteilung VCD vom: 02.03.2005 |
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Verkehrsclub reicht Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren zum Ausbau des Rhein-Main-Flughafens ein
VCD: Steuermillionen werden in die Luft geblasen“
Heute endet die Anhörungsfrist des Planfeststellungsverfahrens für den
Ausbau des Rhein-Main-Flughafens. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD)
Landesverband Hessen hat eine zehnseitige Stellungnahme beim
Regierungspräsidium Darmstadt eingereicht, in der er das Projekt
eindeutig ablehnt. Es wurden lediglich positive Beschäftigungseffekte
des Ausbauprojekts untersucht, während Substitutionseffekte in dem
Gutachten gar nicht erwähnt werden“, so Werner Geiß, Vorstandsmitglied
des VCD Hessen. Ein Planfeststellungsbeschluss dürfe jedoch erst dann
ergehen, wenn ein vollständiges Gutachten zur Beschäftigungswirkung
vorliege. Wie der VCD Hessen vermutet, führt ein weiterer Ausbau des
Flughafens insgesamt zu einer negativen Beschäftigungswirkung. Geiß:
Die aggressive Anwerbung von Gewerbe in das unmittelbare
Flughafenumfeld kann saldiert einen bundesweiten Abbau von
Arbeitsplätzen zur Folge haben.
Aber nicht nur in Hinblick auf die zu erwartende Beschäftigungswirkung
sei der Ausbau des Rhein-Main-Flughafens mehr als fragwürdig. Die
verstärkte Verlärmung des Rhein-Main-Gebietes lässt eine
gesundheitsgefährdende Zukunft der Menschen in der Region zu“ hält der
Verkehrsreferent des VCD Hessen, Guido Spohr fest. So seien viele
Menschen bereits jetzt einem zunehmend stetigen und auch hörbar
steigenden Lärmpegel ausgesetzt, der die Nutzung von Außenwohnflächen
sowie das medizinisch empfohlene Schlafen bei offenem Fenster
ausschließe. Dies sei eine deutliche Einschränkung der Wohn- und
Lebensqualität in diesen betroffenen Wohnbereichen. Durch das zukünftig
geplante System mit je zwei unabhängig voneinander zu nutzenden Start-
und Landebahnen sei eine Verdopplung der Zahl der jährlichen
Flugbewegungen impliziert, was die Lärmbelastung zusätzlich immens nach
oben schraube. Viele Menschen, die bereits in den letzten Jahren vor
dem Fluglärm in ruhigere Gebiete gezogen sind, befürchten jetzt erneut
verlärmt zu werden“, befürchtet Spohr.
Zudem führe der prognostizierte Verkehrszuwachs in der Luft auch zu
einer massiven Steigerung auf den landseitigen Erschließungswegen von
und zum Flughafen. Die Gesamtzahl flughafenbedingter Personenfahrten
nimmt im Vergleich zu heute um etwa 128.500 pro Tag zu“, betont Sven
Sommer, Geschäftsführer des VCD Hessen. Pläne zum Ausbau der
Verkehrsinfrastruktur bezogen sich dabei weitgehend auf den Ausbau von
bestehenden Straßen, kaum aber auf einen Ausbau des Öffentlichen
Nahverkehrs. Dies sei aus Sicht einer nachhaltigen Verkehrsentwicklung
abzulehnen.
Des Weiteren würde auch die fortdauernde Verletzung der sog.
Seveso-Richtlinie“ zur Gefährdung tausender von Menschen führen. Diese
EU-Richtlinie, die mittlerweile auch in deutschem Recht verankert ist,
sieht vor, Unfälle in gefährlichen Industrieanlagen zu verhüten und
deren Folgen zu begrenzen. Spohr: Die Fraport AG selbst gibt in ihrer
Auswirkungsprognose/Planungsfall Nordwestvariante zu, dass gerade bei
der Variante Nordwest in der nächsten Nähe Störfallbetriebe (z.B.
Ticona) oder Gewerbegebiete (z.B. Caltex) liegen, wo sehr viele Menschen
arbeiten oder arbeiten werden. Trotzdem spielt sie das
Gefährdungspotenzial runter.“
Durch das Projekt würden zudem den betroffenen Kommunen in erheblichem
Maße weitere siedlungsbeschränkende Eingriffe auferlegt, die dem
grundgesetzlichen kommunalen Recht auf Planungshoheit widersprechen.
Die bauliche Erweiterung des Flughafens und die damit verbundenen durch
weiter zunehmenden Lärm verursachten Siedlungsbeschränkungen stellen
somit einen planerischen Eingriff dar, der einer Enteignung von Kommunen
gleich kommt“, stellt Sommer fest.
Außerdem würden sich durch den geplanten Ausbau die Luftreinhaltewerte
weiter verschlechtern. Die Kosten für die Luftsanierung sind noch nicht
abzuschätzen und als Folgekosten nicht in den Gutachten ausreichend
berücksichtigt“, so Spohr, schon jetzt ist die Luft im Rhein-Main-Raum
so schlecht, dass Luftreinhaltepläne erstellt werden müssen!“ Auch
würden durch die Ausbaumaßnahmen über 600 Hektar Waldlebensraum und
Erholungsraum zerstört. Sommer hebt hervor: Mit der neuen Bahn werden
wertvolle Erholungs- und Lebensräume für Mensch und Tier in der Region
weiter reduziert.
Auf Grund der dargestellten schwerwiegenden Mängel und den gravierenden
Auswirkungen auf die Wohn- und Lebensqualität der Bewohner von
Rhein-Main lehne der VCD Hessen den Ausbau des Flughafens ab.
Die komplette Stellungnahme des VCD Hessen zum
Planfeststellungsverfahren steht auf der Homepage
www.vcd.org/hessen zum Download bereit. Der Verkehrsclub
Deutschland ist ein Umwelt- und Verbraucherverband mit bundesweit über
60.000 Mitgliedern, der sich für eine menschengerechte Mobilität einsetzt.
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