Pressemitteilung: 09. August 2006 / 92/06 Logo


Annähernd Zwei-Drittel-Mehrheit für Frankfurter Flughafen-Ausbau
Ergebnisse neuer Repräsentativ-Erhebung zur „Zukunft des Frankfurter Flughafens“ liegen jetzt vor
FRA/dw – 62 Prozent der Bevölkerung im Umland des Frankfurter Flughafens treten für den Ausbau des Airports ein, drei Viertel der Befragten gehen von Impulsen auf dem Arbeitsmarkt durch die Erweiterung aus. Diese "zentralen Ergebnisse" gehen aus einer Repräsentativ-Erhebung der Abteilung Verkehrsforschung von TNS Infratest hervor, die der Vorstandsvorsitzende der Fraport AG, Dr. Wilhelm Bender, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz bekannt gab. Besonders die Zustimmung zum Flughafen-Ausbau sei seit der letzten Umfrage von 2002 "deutlich gewachsen". Vor vier Jahren seien 51 Prozent für die Erweiterung eingetreten, 39 Prozent seien dagegen gewesen. Jetzt sei die Ablehnungsfront auf 29 Prozent geschrumpft, während die Befürworter mit 62 Prozent nahezu auf zwei Drittel angestiegen seien. Dies sei der höchste Wert seit Beginn der Untersuchungen über die Einstellung der Bevölkerung zu den Zukunftsabsichten des Frankfurter Flughafens im Jahre 1998.

Hohe Erwartungen verknüpfen die Bürger nach Angaben Benders mit dem Arbeitsmarkt im Zusammenhang mit dem Ausbau. Mehr als drei Viertel der Interviewten – nämlich 76 Prozent – glauben, dass mit dem Ausbau langfristig neue Arbeitsplätze geschaffen werden, nur 20 Prozent sind gegenteiliger Auffassung. 2002 hatten "nur" 65 Prozent diese Einschätzung geteilt. Selbst 43 Prozent der Ausbaugegner seien dieser Auffassung. Kein anderes Bauprojekt von nationaler Tragweite habe so positive Beschäftigungs-Effekte.

Bender sagte, die Sicherheit der Arbeitsplätze am Frankfurter Flughafen, der mit 68.500 Beschäftigten inzwischen die größte lokale Arbeitsstätte Deutschlands sei, werde von den Befragten überdies "sehr positiv" gesehen. 74 Prozent hielten die Arbeitsplätze für "sehr sicher oder sicher". Dies bedeute eine leichte Steigerung gegenüber der letzten Befragung.

Von großer Bedeutung sei nach Ansicht der Befragten der Flughafen als Standortfaktor. Nahezu die Hälfte meine, der Flughafen sei wichtig für die Entwicklung des Rhein-Main-Gebietes, 13 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2002. Drei Viertel seien der Auffassung, der Flughafen bringe Vorteile für das Rhein-Main-Gebiet. Dieser Wert habe 2002 noch bei 54 Prozent gelegen.

Bender sagte, hohe Zustimmungsraten beim Plädoyer für den Ausbau erhielten Argumentationen zur Notwendigkeit der Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Frankfurter Flughafens und zur Sicherung der wirtschaftlichen Entwicklung und damit auch der Arbeitsplätze. Verändert gegenüber 2002 habe sich auch die "vermutete Mehrheitsmeinung" der Bevölkerung zum Ausbau. Sei vor vier Jahren noch eine Mehrheit der Befragten der Auffassung gewesen, die Bevölkerung des Rhein-Main-Gebietes sei gegen den Flughafen-Ausbau, habe sich das Bild nun genau umgekehrt. 53 Prozent vermuteten, die Mehrheit sei für die Erweiterung, nur 35 Prozent seien anderer Auffassung. Dies zeige, dass die "Pro-Stimmung" in der Gesamtbevölkerung erheblich günstiger geworden sei. Auch der Bau der Startbahn West werde im nachhinein betrachtet von zwei Dritteln der Bevölkerung als richtig empfunden. Auch hier gebe es eine klare Steigerung gegenüber der letzten Umfrage.

Erfreut zeigte sich Bender über das "außerordentlich positive Image" des Frankfurter Flughafens, der als "Aushängeschild für Deutschland" und "Jobmaschine" wahrgenommen werde. Internationalität, Wirtschaftskraft und technischer Fortschritt würden in besonderer Weise mit dem Flughafen assoziiert. Eine Mehrheit der Befragten sei überdies stolz darauf, dass die Region einen Flughafen von weltweiter Bedeutung habe.

Die Lärmbelastung durch Flugzeuge wird nach Angaben Benders von 23 Prozent als "sehr stark oder stark" empfunden, von 33 Prozent als weniger stark und von 44 Prozent gar nicht. Dies sei eine knappe Verbesserung gegenüber der letzten Umfrage, doch habe die Bevölkerung den Eindruck, dass der Fluglärm in den letzten zehn Jahren insgesamt zugenommen habe. Auch die Belästigung durch Nachtflüge wird mit dem Wert von 32 Prozent (sehr stark und stark) stärker empfunden als bei der Befragung 2002.

Abschließend erklärte Bender, die Ergebnisse dieser großangelegten Befragung seien "Ermunterung und Ansporn für die Fraport zugleich, mit voller Energie für einen zeitgerechten Flughafen-Ausbau einzutreten". Eine solche Aufgabe könne nur dann gelingen, wenn "man nicht nur die Unterstützung der Politik, sondern auch der Menschen in der Region habe", über die Köpfe der Betroffenen hinweg lasse sich eine so große Herausforderung nicht bewältigen.

Die Fraport fühle sich durch die Umfrage in ihrem Kurs bestätigt. Sie werbe geduldig um das Vertrauen der Bürger, nehme die Ergebnisse der Mediation zum Flughafen-Ausbau ernst und versuche, diese umzusetzen. Wörtlich sagte Bender: "Wir informieren aktuell und glaubwürdig, meinen es ernst mit Partnerschaft und Dialog und leisten als guter Nachbar einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung von Region und Gesellschaft."

In den dem Flughafen-Ausbau kritisch oder ablehnend gegenüber stehenden Bürgern sieht Bender keine "Gegner, sondern kritische Partner". Dabei setze die Fraport auf die "Kraft der Argumente". Nur ein sachlicher und umfassender Stakeholder-Dialog schaffe Glaubwürdigkeit.

Abschließend verwies Bender auf die zahlreichen Aktivitäten der Fraport zum Schutz der Umwelt, von den Ausgleichsmaßnahmen über das Schallschutz- und Casa-Programm, den Nachhaltigkeitsbericht bis hin zum Öko-Fonds. Das von der Fraport selbst beantragte Nachtflugverbot für geplante Nachtflüge in der Zeit von 23 bis 5 Uhr sei ein "deutlicher Beweis" für das Bemühen um gute Nachbarschaft und die gleichzeitige Entschlossenheit, die Empfehlungen der Mediation umzusetzen. "Wir stellen uns der Verantwortung für die Umwelt", erklärte Bender.



Anm.d.Red: Medienraktionen:
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