Pressemitteilung FAG im Römer vom: 29. Dezember 2006 Logo


Fraport finanziert Ticona - Umzug
Flughafenausbau unwirtschaftlich
Die FlughafenAusbauGegner (FAG) im Römer zeigen sich überrascht über die jetzt bekannt gewordene Vereinbarung von TICONA und Fraport, nach der das Chemiewerk trotz ständig andersweiterer Beteuerung seinen Standort verlegen wird.

"Bisher haben sowohl Koch als auch Bender betont, dass die Nähe von Ticona zur neuen Landebahn kein Problem darstellt. Nun ist dieses nicht vorhandene Problem den Beteiligten 650 Millionen Euro wert. Es steht zu vermuten, dass die Öffentlichkeit auch über die tatsächlichen, möglicherweise in Nebenabreden festgehaltenen Vereinbarungen getäuscht wird", so Rainer Rahn, FAG - Fraktionsvorsitzender.

Fraport glaube, mit der Finanzierung des Umzugs von TICONA in den Industriepark Hoechst eine der Hürden für die geplante Flughafenerweiterung aus dem Weg geräumt zu haben. Dies sei jedoch eine oberflächliche Betrachtung.

"Hier glaubt Fraport nun, einen Stolperstein aus dem Wege geräumt zu haben. Doch das täuscht: Durch diese Vereinbarung wird sich der Widerstand sowohl der Bürger als auch der Kommunen gegen die neue Bahn weiter verstärken", so Rahn weiter.

An der grundsätzlichen Betroffenheit der Frankfurter Bevölkerung durch die zusätzliche Lärm- und Luftschadstoff - Belastung ändere sich durch den Wegzug von Ticona grundsätzlich nichts, so Rahn. Im Gegenteil: wenn Fraport den Umzug mit den genannten 650 Millionen Euro finanziere, erhöhe sich das Investitionsvolumen für den geplanten Ausbau um etwa 20 Prozent.

"Diese Summe muss aber unter großem Vorbehalt gesehen werden, da Ticona in der Vergangenheit von Kosten bis zu einer Milliarde gesprochen hat. Hier ist zu vermuten, dass die Karten, wie schon in der Vergangenheit, nicht offen auf den Tisch gelegt werden, um Fraport - Aktionäre und letztlich auch den Steuerzahler nicht zu verschrecken", so Rahn weiter.

"Fraport wird daher alles daran setzen, die Wirtschaftlichkeit des Projekts Flughafenausbau zu sichern. Dies bedeutet konkret, dass der Flughafenbetreiber versuchen wird, die Anzahl von Flugbewegungen und Passagieren und die Frachtmenge schnell auf ein möglichst hohes Niveau zu bringen. Die prognostizierte Anzahl von 700.000 Flugbewegungen im Jahr 2020 wird wahrscheinlich deutlich früher erreicht sein. Auf lange Sicht wird Fraport versuchen, die maximale technische Kapazität des erweiterten Flughafens auszunutzen, d.h. mehr als 1 Mio. Flugbewegungen jährlich abzuwickeln. Das wird der akustische Supergau für die Bevölkerung", fügt Rahn hinzu.

"Wir sind froh darüber, dass diese Vereinbarung noch vor Beginn des zusätzlichen zweiten Planfeststellungs - Verfahrens bekannt wurde. Jetzt haben alle betroffenen Bürger und Kommunen die Gelegenheit, im Rahmen der erneuten Auslegung der Planfeststellungs - Unterlagen in ihren neuen Einwendungen zu fordern, dass bei sämtlichen Auswirkungsprognosen die maximal technisch mögliche Anzahl von Flugbewegungen zugrunde gelegt wird. Wir brauchen mehr Transparenz und Ehrlichkeit in der Debatte um den Flughafenausbau", so Rahn abschließend.


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