Logo


Mitteilung: 3. März 2009
Wiederholung erwünscht
Informationsveranstaltung im Kelsterbacher Wald stieß auf großes Interesse
Über 300 Interessierte hatten sich am Samstagmittag an der Okrifteler Straße zur Informationsveranstaltung der Stadt Hattersheim am Main eingefunden. Auf einem Spaziergang im Kelsterbacher Wald ging es um das Thema Flughafenausbau und die Abholzung der Teilfläche der geplanten Landebahn durch die Fraport AG.

„Ich freue mich natürlich darüber, dass unserem Aufruf so viele Hattersheimer, Okrifteler und Eddersheimer in den Kelsterbacher Wald gefolgt sind“, sagte Bürgermeister Hans Franssen angesichts des großen Zuspruchs und der regen Diskussionen vor Ort. „Andererseits bin ich über-rascht wenn ich höre, wie viele Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt sich noch nicht mit dem Ausbauthema beschäftigt haben und immer noch nicht wissen, was da auf sie zukommt“, wundert sich der Rathauschef.

Bei der von Fraport und der Landesregierung in der Öffentlichkeit breitgetretenen Diskussion über die angeblich Tausenden von neuen Arbeitsplätzen stünde doch nur das Kapital und der Profit einiger Weniger im Vordergrund, erinnert Franssen und ergänzt: „Das im Ausbauverfahren fast zynisch bezeichnete „Schutzgut Mensch“ bleibt auf der Strecke.“

Aber die Verantwortlichen sollten nicht vergessen, dass über 127.000 Menschen der Region im Planfeststellungsverfahren Einwendungen gegen den Flughafenausbau eingereicht haben. Vier Landkreise und 27 Kommunen der Region haben Klage gegen den Planfeststellungs-beschluss zum Flughafenausbau erhoben. „Das muss vor Gericht doch ins Gewicht fallen“, fordert Franssen, denn immerhin repräsentieren die klagenden Kommunen und Landkreise etwa jeden vierten Bürger des Landes Hessen. Auch in Hattersheim selbst hat mehr als jeder siebte Einwohner eine Einwendung abgegeben und die Stadt hat eine Klage erhoben, erinnert der Bürgermeister: „Diese massiven Ängste um die Gesundheit, die Befürchtungen eines Wertverlustes von Eigentum und die Einschnitte bei der Lebensqualität der Betroffenen könnten doch nicht einfach ignoriert werden.“

Dabei war am Samstag in der Diskussion der Teilnehmer vor Ort unstrittig, dass der Flughafen Frankfurt ein wichtiger Standortfaktor und der bedeutsamste Arbeitgeber für die Rhein-Main-Region sei. „In der Öffentlichkeit wird jedoch oftmals der Eindruck erweckt, dass ein Verzicht auf den Ausbau Arbeitsplätze kosten würde“, weiß Franssen und betont: „Das sind - wenn man die Gutachten der Fraport zu Grunde legt - nachweislich Falschmeldungen, die nur der Stimmungsmache dienen.“ Denn laut deren eigener Gutachten würde es bei einem Verzicht auf den Flughafenausbau zu einer Beschäftigungszunahme am Flughafen kommen. So wird von der Fraport AG für das Jahr 2020 im Nichtausbaufall eine Beschäftigtenzahl von 80.100 prognostiziert, das sind gut 10.000 Beschäftigte mehr als dies heute der Fall ist.

Angesichts der gerodeten Waldfläche machte sich bei den Teilnehmern des Rundgangs schon jetzt Entsetzen breit. Bei den 282 Hektar Wald, die insgesamt gerodet werden sollen, handelt es sich um eine Fläche von etwa 350 bis fast 400 Groß-Fußballfeldern. 224 Hektar davon sind Bannwald und die Überlebenschancen der angrenzenden Restwaldflächen, die eingeschlossen sind von Straßen, Landebahn und Schienen, seien zudem äußerst gering, waren sich die Anwesenden mit Blick auf den verteilten Übersichtsplan des Ausbauvorhabens sicher. Ganz klar sei ein Totalverlust des Kelsterbacher Waldes in Bezug auf die Abschirmung gegen Lärm und Schadstoffe zu befürchten.

Franssen versprach auf allgemeinen Wunsch zusammen mit den Mitgliedern der Hattersheimer „Kommission zum Flughafen Frankfurt/Main“ am Ball zu bleiben und weitere Informationsveranstaltungen zum Thema durchzuführen.

Eltern, die mit ihren Kindern an der Ortsbesichtigung teilnahmen, empfahlen, dass auch für die zukünftigen Generationen Begehungen organisiert werden. Eine Teilnehmerin merkte an, dass es unsere Kinder sind, die am längsten unter den zunehmenden Belastungen durch Lärm und Schadstoffe leiden müssten, falls es zu einer Inbetriebnahme der Landebahn Nordwest kommen sollte. „Wenn wir jetzt klein beigeben, dann werden wir auch den Kampf um das Nachtflugverbot verlieren“, schloss Franssen am Ende des Rundgangs. „Es gilt zu verhindern, dass die geplante Airport-City dazu führt, dass die Anlieger-Kommunen des Flughafens zu Geisterstädten werden.“

In der kommenden Woche vom 9. bis 15. März zeigt außerdem der Hattersheimer Fernsehsender K4 auf seiner Internetplattform www.kanalvier.de einen Filmbeitrag von der Samstagveranstaltung.



Ausbauplan

Fotos vom 28.02.2009



Zurück