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Pressemitteilung: 07. Mai 2009
Spatenstich am Frankfurter Flughafen: Eine neue Landebahn wird nicht benötigt
Anlässlich des morgen (8. Mai) stattfindenden Spatenstichs zum Baubeginn einer neuen Landebahn des Frankfurter Flughafens erklärt Hermann Schaus, innenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, im Hessischen Landtag:
„Vor dem Hintergrund, dass in Frankfurt seit Monaten Passagierzahlen und Frachtmengen sinken, steht der Baubeginn für eine Verleugnung der Realität und einen von Ministerpräsident Roland Koch (CDU) zu verantwortenden Crash-Kurs. Die angeblich notwendige Kapazitätssteigerung aufgrund anwachsender Zahlen ist mittlerweile zur hohlen Phrase verkommen.“

Es sei vielen Experten längst klar, so Schaus, dass der zu verzeichnende Umsatzeinbruch des Flugverkehrs nicht nur konjunkturell, sondern strukturell bedingt sei. Auch das Gerede vom ‚Jobmotor Flughafen’ drohe zum Rohrkrepierer zu werden.

Amüsiert und gleichzeitig auch verärgert nehme DIE LINKE zur Kenntnis, so Schaus, dass es seitens des Verkehrsministeriums eine so genannte ‚Ökoholz-Ausführungsplanung’ gebe. Dieser sehe vor, mehrere tausend Stämme gefällter Bäume als Totholz wieder aufzustellen.

Schaus: „Totholz hat in einem gewachsenen Wald eine wichtige Funktion. Doch was die Fraport AG mit Unterstützung des Hessischen Verkehrsministeriums hier betreibt, ist eine lächerlich Stiehlblüte im Rahmen einer Eingriffs-Ausgleichs-Philosophie.

Die Vorstellung, man könne den Verlust von 200 Hektar abgeholzten Waldes durch eine Art ‚Ökooptimierung’ auf kleiner Fläche wieder gut machen, ist ein Irrglauben. Hier handelt es sich eher um einen Schildbürger-Streich als eine ernst zu nehmende Politik. Weg ist weg - da hilft es auch nichts den Beton grün anzustreichen.

Man müsste schon große Teile des Hessischen Forstes auf ökologischen Waldbau umstellen, um den Verlust an Biodiversität wieder halbwegs auszugleichen. Doch dagegen sperrt sich die Hessische Landesregierung.“


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