Pressemitteilung GdF: 06. September 2009
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Anmerkung zur künftigen Nachtflugregelung am Flughafen Frankfurt
Angesichts der aktuellen Diskussion über die künftige Anzahlnächtlicher Starts und Landungen am Flughafen Frankfurt, möchte die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) als neutraler, gleichzeitigmit der Materie bestens vertrauter Beobachter, nachdrücklich aufdie folgenden Fakten hinweisen:

Frankfurt liegt in der weltweiten Rangliste der Cargo Flughäfenaktuell auf Rang 8. Im Jahr 2008 wurden mehr als 2,1 MillionenTonnen Luftfracht in Frankfurt umgeschlagen. Der Luftfrachtbereichwuchs in den vergangenen Jahren in Frankfurt starküberproportional. Der globale Warenverkehr wird in einem24-stündigen, unterbrechungsfreien Kreislauf abgewickelt.

Zahlreiche Speditionsbetriebe haben sich mittlerweile am und umden Flughafen herum angesiedelt. Die zentrale Lage innerhalbEuropas ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für FrankfurtsFlughafen. Etwa 60 % der Luftfracht wird in Passagierflugzeugenvon und zu den Hubs transportiert. Der Luftfrachtsektor ist einerder wenigen starkwachsenden Bereiche im Rhein Main Gebiet indem auch gering qualifizierte Arbeitnehmer in nennenswerter Zahlbeschäftigt werden. Mehr als 120 LKWs täglich wären nötig, umLuftfracht von Frankfurt nach Hahn zu transportieren.

Wie angesichts dieser Erfolgsgeschichte der Luftfracht in Frankfurternsthaft daran gedacht werden kann, den Frankfurter Flughafenfreiwillig künftig vom weltweiten Luftfrachtverkehr abzukoppeln, istfür die GdF nicht nur in Anbetracht der aktuellen Wirtschaftskrisevöllig unverständlich.

Schier unsäglich ist aber auch die offen zutage tretende völligeUnkenntnis mancher selbst ernannter Möchtegern-Luftfahrtexpertenaus der Politik, die eine Verlagerung des Cargo-Umschlags nachHahn im Hunsrück vorschlagen. Angesichts solch laienhafterDiskusionsbeiträge bleibt nur zu hoffen, dass deren Expertise aufanderen Themenfeldern deutlich qualifizierter ist.

In Anbetracht der Tatsache, dass der Frankfurter Flughafen bereitsseit über 70 Jahren an seinem derzeitigen Standort liegt, und sichdie Landeverfahren aufgrund fliegerischer Notwendigkeiten in denletzten Jahrzehnten allenfalls marginal geändert haben, muss dieFrage gestattet sein, warum Menschen, die Fluglärm alsBelästigung empfinden, sich überhaupt einen Wohnort imAnflugkorridor gesucht haben.

Die GdF plädiert daher eindringlich dafür, den über viele Jahre harterkämpften Platz unter den größten Cargoflughäfen der Welt nichtleichtfertig aufzugeben. Ein totales Nachtflugverbot amFrankfurter Flughafen sowie die daraus resultierende Abwanderungnahezu der gesamten Luftfrachtbranche, wäre nicht nur ein schwererSchlag für den Flughafen selber, sondern würde auch der gesamtenRhein-Main-Region sowie dem Wirtschaftsstandort Deutschland in erheblichem Maße schaden.


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