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Pressemitteilung: 21. Dezember 2009 |
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Koch verteidigt seinen Wortbruch mit juristischen Nebelkerzen
GRÜNE fordern Rücknahme der Revision gegen Nachtflugverbot
Die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordert nach dem Interview
von Ministerpräsident Koch die sofortige Rücknahme der Revision der
Landesregierung gegen das Urteil zum Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen.
"Das gestrige Interview in der Frankfurter Neuen Presse offenbart lediglich Kochs
juristische Filibusterei, die kaschieren soll, dass er kein Nachflugverbot will und
wahrscheinlich von Anfang an nicht wollte", bewertet Tarek Al-Wazir,
Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN, Kochs Äußerungen.
Kochs
Begründung, dass die Landesregierung wegen der Urteile des Bundesverwaltungsgerichts
zu Nachtflügen an den Flughäfen von Leipzig und Berlin Revision gegen das
Urteil des VGH einlegen müsse, sei eindeutig vorgeschoben. "Aus den Urteilen
des Bundesverwaltungsgerichts lässt sich aus unserer Sicht keine Unmöglichkeit
eines absoluten Nachtflugverbots herauslesen. Außerdem waren auch dem VGH diese
Urteile bekannt, er nimmt sogar ausdrücklich in seinem eigenen Urteil auf diese
Bezug und kommt zum Schluss, dass die Landesregierung sich an dem Ziel des absoluten
Nachtflugverbots orientieren müsse. Hinzu kommt, dass Koch selbst lange Jahre
Aufsichtsratsvorsitzender der Fraport AG war, die das Nachtflugverbot selbst beantragt
hat. Auch war Koch Landtagsabgeordneter, als der Landtag das Ziel des Nachtflugverbots
in den Landesentwicklungsplan geschrieben hat. Offensichtlich hat Koch immer gehofft,
dass die Gerichte das Nachtflugverbot durchlöchern und er dann die Schuld daran
den Gerichten in die Schuhe schieben kann. Dass der Verwaltungsgerichtshof den Antrag
der Fraport und die Beschlüsse des Landtags ernster nimmt als Roland Koch selbst
zwingt ihn jetzt dazu, die Maske fallen zu lassen und offensiv gegen das vorzugehen,
was er selbst einst versprochen hat", so Al-Wazir.
"Die juristischen
Nebelkerzen, die Koch jetzt zündet werden ihr Ziel nicht erreichen. Die
Bevölkerung merkt sehr genau, dass hier ein Regierungschef nicht die Interessen
der Bürgerinnen und Bürger im Rhein-Main-Gebiet vertritt, sondern einzig und
allein die Interessen der Luftverkehrswirtschaft. Wir fordern die Abgeordneten von CDU
und FDP im Landtag dazu auf, jetzt Rückgrat gegen den Wortbruch zu zeigen und die
Landesregierung am nächsten Dienstag dazu aufzufordern, die Revision gegen das Urteil
des VGH zurückzunehmen", bekräftigt Al-Wazir die Position der GRÜNEN.
Nachtflugverbot: Wo bleibt Kochs Antwort auf Forderung nach Regierungserklärung?
GRÜNE starten Postkartenaktion
Mit Nachdruck fordert die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN von
Ministerpräsident Koch (CDU) eine Regierungserklärung zur Revision gegen
das Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen in der morgigen Sondersitzung des Landtags
ein. "Ministerpräsident Koch versucht zwar in Zeitungsinterviews seinen
Wortbruch zu verschleiern, aber zu unserer Forderung glänzt er durch Schweigen.
Bis heute gibt es keine Zusage, dass er als Hauptverantwortlicher den Abgeordneten des
Hessischen Landtags morgen Rede und Antwort steht. Der Landtag sowie die Bürgerinnen
und Bürger haben einen Anspruch darauf zu erfahren, wie die Landesregierung in ihrer
Gesamtheit zum jahrelang versprochenen Nachtflugverbot steht. Zuerst Wortbruch begehen
und dann kneifen - in Hessen ist im Moment wirklich alles möglich", empört
sich der Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN, Tarek Al-Wazir.
DIE GRÜNEN
kündigen an, morgen eine namentliche Abstimmung zu beantragen. "Die Abgeordneten
haben jetzt das Wort. Jetzt gilt es, Rückgrat gegen Wortbruch zu zeigen."
In einem Brief hatten DIE GRÜNEN Roland Koch (CDU) am Freitag aufgefordert, morgen
in der Plenarsitzung eine Regierungserklärung abzugeben. Sie sehen eine
"Unterrichtung der Planfeststellungsbehörde" angesichts der politischen
Dimension des zu behandelnden Themas für völlig unangemessen. Die Entscheidung
sei eine politische und keine juristische.
Außerdem haben DIE GRÜNEN
eine Aktion gestartet, um den Wortbruch deutlich zu thematisieren. So wird rund um den
Flughafen eine Postkarte mit der Überschrift "Wortbruch stoppen" verteilt
werden (s. Anlage). Auf der Postarte sind Ministerpräsident Koch (CDU) und sein
Stellvertreter Hahn (FDP) mit der Aussage "Unser Wort gilt nichts" abgebildet.
"Wir erinnern damit an das jahrelange Versprechen der Ausbaubefärworter CDU und
FDP ein striktes Nachtflugverbot einzufähren. Trotz aller Filibusterei ist klar,
dass Revision Wortbruch bedeutet und deshalb werden noch einmal alle Abgeordneten der
Regierungsfraktionen aufgefordert, zu ihrem Wort zu stehen. Eine Revision kann auch
zurückgenommen werden", unterstreicht Tarek Al-Wazir.
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