Pressemitteilung Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre: 28. April 2010 / 7/2010
Kranich macht krank
Studie belegt Gesundheitsrisiken durch Fluglärm / Kritische Aktionäre: Lufthansa muss Sicherheits- und Arbeitsschutzstandards einhalten
Köln - Wegen der erheblichen Gesundheitsrisiken durch Fluglärm verlangt der
Dachverband der Kritischen Aktionäre von Airlines und Flughafenbetreibern,
auf Nachtflüge in dicht besiedelten Regionen zu verzichten. Wie
repräsentative Umfragen des Umweltbundesamtes (UBA) zeigten, fühlten sich
fünf Millionen Menschen durch Fluglärm "hochgradig belästigt".
Die aktuelle UBA-Studie "Risikofaktor nächtlicher Fluglärm" von Prof.
Eberhard Greiser weise nach, dass Nachfluglärm zu einem drastischen Anstieg
von Herzleiden, Kreislauferkrankungen und Brustkrebs führe. "Angesichts
dieser besorgniserregenden Fakten darf die Bundesregierung das
Nachtflugverbot an deutschen Flughäfen auf keinen Fall lockern", forderte
Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionäre.
Käme es tatsächlich zu einer Lockerung, sollten die Lufthansa und andere
Fluggesellschaften schon einmal beginnen, Rückstellungen für die
medizinische Behandlung der durch Fluglärm erkrankten Menschen zu bilden.
Der Dachverband fordert bei der Hauptversammlung der Deutschen Lufthansa AG
am Donnerstag außerdem die strikte Einhaltung von Sicherheitsstandards an
Bord ihrer Flugzeuge und bei der Entscheidung, wann geflogen werden darf.
"Beschwerden von Lufthansa-Personal und -Passagieren und die jüngste Debatte
um Flugverbote geben Anlass zu der Befürchtung, dass für Lufthansa-Chef
Wolfgang Mayrhuber Rendite vor Sicherheit geht", sagte Dufner. "Bei der
Hauptversammlung muss Mayrhuber den Aktionären erklären, warum er die
Flugverbote wegen der Vulkanasche und die Sorge um die Sicherheit der
Passagiere als unbegründet zurückgewiesen hat."
Mit ihrem Programm "Climb 2011" will die Kranichlinie im Passagierverkehr
eine Milliarde Euro jährlich sparen, um ihren Sinkflug zu stoppen.
Mittelfristig sollen nach Lufthansa-Angaben vor allem im Bereich der
Verwaltung des Geschäftsfelds Passage bis zu einem Fünftel der Mitarbeiter
eingespart werden. Dufner kritisierte, dass durch den drastischen
Personalabbau auch Sicherheitsstandards herunter gefahren und die
Arbeitsbedingungen des Boden- und Kabinenpersonals verschlechtert würden.
Aktuell werden die Fluggesellschaften nicht nur von der Politik sondern auch
von den Versicherern kritisiert. "Die werfen den Airlines zu Recht vor, es
versäumt zu haben, ihre Ausfälle durch die Vulkan-Aschewolke zu versichern,
obwohl dies längst möglich gewesen wäre", so Dufner. Der größte
Rückversicherer, die Munich Re, betone etwa, dass wetterbedingte
Betriebsunterbrechungen bei Fluggesellschaften, zu denen auch Nebel, Schnee
oder Folgen einer Vulkan-Aschewolke zählen, versichert werden könnten.
"Deshalb ist es nicht akzeptabel, dass die Lufthansa und andere
Fluggesellschaften jetzt Hilfe vom Staat fordern."
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