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Pressemitteilung hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung vom: 29.04.2010
Posch: "Objektiver Blick auf alle Verkehrsträger ist erforderlich - Alleiniger Fokus auf Fluglärm greift zu kurz"
Hessisches Wirtschaftsministerium unterstützt erweiterte Lärmuntersuchungen der Enquetekommission
„Für die hessische Landesregierung ergibt sich aus den Ergebnissen der Mediation eine besondere Verpflichtung, sich intensiv mit der Begrenzung und Reduzierung der vom Flughafen Frankfurt ausgehenden Belastungen zu befassen. Dieser Verantwortung für den Lärmschutz der Bürger kommen wir nach“, sagte Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch in der heutigen Plenardebatte zu Einsetzung einer Lärm-Enquetekommission.

Posch betonte, dass sich die Landesregierung in dieser Frage keine Versäumnisse vorzuwerfen habe. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens zum Ausbau des Flughafens wurden umfangreiche und qualitätsgesicherte Gutachten eingeholt, um die vom Ausbau verursachten Belastungen so gering wie möglich zu halten.

Das Forum Flughafen und Region (FFR) vermittele zwischen den Interessen der Anwohner, der Bewohner und denen der Luftverkehrswirtschaft, sagte der Minister. Dort würden unter anderem bereits konkrete Vorschläge für aktive Schallschutzmaßnahmen erarbeitet, ein Fluglärmmonitoring und der Lärmindex werden in die Praxis umgesetzt. Darüber hinaus engagiere sich das FFR in der Fluglärmforschung.

„Über Fluglärm wird viel diskutiert. Gerade deshalb ist es wichtig, den Fokus nicht allein auf ihn zu richten, sondern auch andere Verkehrsträger in den Blick zu nehmen und eine Relation herzustellen“, sagte Posch. Eine Untersuchung des Umweltbundesamtes habe ergeben, dass sich ca. 59% der Bürger durch den Straßenverkehrslärm gestört oder belästigt fühlten und rund ein Viertel auch durch Schienenlärm.

Gerade der Bahnverkehr schaffe erhebliche Lärmprobleme, sagte der Minister. Als Beispiel nannte er das Mittelrheintal, dessen Bewohner vor allem unter dem in den letzten Jahren angestiegenen nächtlichen Güterverkehr litten. Eine weitere Verschärfung sei zu befürchten, wenn der europäische Güterkorridor Rotterdam - Genua mit der Fertigstellung des Gotthard-Basistunnels weitere Kapazität gewinne. Der Lärm beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität der Anwohner, sondern auch die Attraktivität des Rheintales für den Tourismus. Gleiches gelte für viele weitere Schienenstrecken in Hessen. Daher unterstütze die Landesregierung die thematische Erweiterung der Enquetekommission auf Straßen- und Schienenlärm.


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